Christ - Was heißt das eigentlich? Jede Menge Definitionen, doch was sagt die Bibel?

Kurz nachgedacht:

(Der Impuls enthält u.U. Links zum weitergehenden Verständnis.)

Christ – Was heißt das eigentlich?

Was macht mich zum Christen?

Was ist eigentlich ein Christ? Komische Frage, oder? Schließlich weiß doch jeder, was ein Christ ist.

Oder vielleicht doch nicht?

Frag einmal zehn Menschen danach und du bekommst vermutlich zwölf verschiedene Antworten. Ein Christ ist jemand, der an Gott glaubt. Der getauft ist. Der einer Kirche angehört. Der sonntags in den Gottesdienst geht. Der versucht, ein guter Mensch zu sein. Der Weihnachten nicht nur wegen der Geschenke feiert.

Und irgendwo habe ich sogar einmal die Definition gehört: „Ich bin Christ. Ich bin schließlich kein Moslem.“ Nun ja. Ich bin auch kein Briefträger. Trotzdem macht mich das noch lange nicht zum Bäcker, oder?

Also versuchen wir es anders: Was ist deine Definition eines Christen?

Und jetzt wird es ein bisschen persönlicher: Bist du nach deiner eigenen Definition ein Christ?

Vermutlich schon. Denn sonst hätten wir uns die Definition ja auch ziemlich ungeschickt ausgesucht. Eine weitere interessante Frage: Passe ich meine Definition so an, dass sie zu mir passt – oder bin ich bereit, mich selbst an Gottes Definition messen zu lassen?

Und hier kommt die entscheidende Frage: Wird deine Definition eigentlich von der Bibel getragen?

Denn letztlich ist nicht entscheidend, wen ich als Christen bezeichne. Nicht einmal, ob ich mich selbst so bezeichne. Entscheidend ist, wie Gott darüber denkt.

Jesus sagt in Johannes 3 zu dem ausgesprochen religiösen Nikodemus etwas Erstaunliches: „Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“

Nikodemus war kein Atheist. Er glaubte an Gott. Er kannte die Heiligen Schriften. Er gehörte sogar zur religiösen Elite seiner Zeit.

Und trotzdem sagte Jesus: Du brauchst neues Leben!

Paulus beschreibt denselben Vorgang mit anderen Worten: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden!“ (2. Korinther 5,17)

Da ist sie, die entscheidende biblische Beschreibung:

Ein Christ ist ein Mensch, der „in Christus“ ist.

Christsein bedeutet deshalb weit mehr, als eine Religion anzunehmen oder bestimmte Überzeugungen für richtig zu halten. Es geht um einen inneren Vorgang, den die Bibel Neugeburt nennt.

Gott klebt dem alten Menschen nicht einfach ein Etikett mit der Aufschrift „CHRIST“ auf. Er schenkt neues Leben.

Damit ist auch ein Herrschaftswechsel verbunden. Paulus schreibt, dass Gott uns aus der Macht der Finsternis errettet und in das Reich seines geliebten Sohnes versetzt hat (Kolosser 1,13). Das bedeutet auch: Nicht mehr ich beanspruche den Thron meines Lebens, sondern Christus ist mein Herr.

Natürlich wird diese Veränderung irgendwann auch äußerlich sichtbar. Aber das Äußere erzeugt niemals das Innere.

Ich kann mich taufen lassen. Ich kann Gottesdienste besuchen. Ich kann eine Bibel besitzen.

Ich kann christliche Lieder singen und bei der Frage nach meiner Religion „christlich“ ankreuzen.

Alles gut. Aber nichts davon kann mich von Neuem gebären.

Ich kann sogar Menschen davon überzeugen, dass ich Christ bin. Vielleicht kann ich sogar mich selbst davon überzeugen.

Aber Gott sieht nicht das Etikett. Er sieht das Herz.

Deshalb möchte ich dir zum Schluss nicht die Frage stellen: „Bist du Christ?“

Die haben wir schon viel zu oft gehört und viel zu schnell beantwortet.

Ich möchte dich etwas anderes fragen: Bist du in Christus?

Denn darauf kommt es an.

Amen

 Lied: Immer mehr (Lothar Kosse) – Alive Worship