Christ - Wenn Christsein Gegenwind bekommt Licht und Salz sind nicht immer willkommen

Kurz nachgedacht:

(Der Impuls enthält u.U. Links zum weitergehenden Verständnis.)

Christ – Was heißt das eigentlich? (3)

Wenn Christsein Gegenwind bekommt

Letzte Woche haben wir gefragt: Wenn ich in Christus bin – ist Christus dann auch in meinem Leben zu erkennen?

Denn Christsein soll nicht unsichtbar bleiben. Jesus spricht von seinem Wort, von Liebe und von Frucht. Paulus bringt es auf die kurze Formel: Erst Christus angenommen – dann in ihm wandeln.

Aber genau da entsteht ein Problem.

Was passiert, wenn dieses dann sichtbare Christsein plötzlich Gegenwind bekommt?

Solange meine Überzeugungen niemanden stören, ist Christsein vergleichsweise bequem. Schwieriger wird es, wenn Jesus mich auf einen Weg führt, auf dem der gesellschaftliche Mainstream gerade in die andere Richtung unterwegs ist.

Jesus sagt zu seinen Jüngern: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Und: „Ihr seid das Licht der Welt.“ (Matthäus 5,13–14)

Das sind bemerkenswerte Bilder.

Salz soll wirken und Licht soll leuchten.

Manchmal scheint mir allerdings, dass wir Christen dessen ungeachtet eine neue Spezialdisziplin entwickelt haben: das U-Bootchristentum.

Solange das Wasser ruhig ist, kann man ruhig einmal den Turm zeigen. Aber sobald Gegenwind aufkommt: Luke zu, Periskop einfahren und abtauchen. 😉

Nur hat Jesus uns leider nicht als U-Boote bezeichnet. Sondern als Licht.

Und über Licht sagt er: „Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter.“ (Matthäus 5,15)

Als Licht sollen wir sichtbar sein. Warum fällt es uns trotzdem manchmal so schwer, erkennbar zu Christus zu stehen?

Vielleicht weil wir dazugehören möchten. Weil wir nicht belächelt werden wollen. Weil wir Auseinandersetzungen scheuen. Manchmal schlicht aus Menschenfurcht.

Dabei geht es nicht darum, möglichst unangenehm aufzufallen.

Man kann schließlich auch Gegenwind bekommen, weil man rechthaberisch, lieblos oder unnötig provozierend auftritt. Das ist dann allerdings kein besonderer Beweis geistlicher Standhaftigkeit. 😉

Petrus schreibt:

„Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und zwar mit Sanftmut und Ehrerbietung.“ (1. Petrus 3,15–16)

Was für eine Balance!

Bereit zur Verantwortung – aber mit Sanftmut.

Kein aggressives Christentum. Aber eben auch kein unsichtbares.

Und Paulus? „Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes.“ (Römer 12,2)

Jesus, Petrus und Paulus ziehen hier an einem Strang:

Wir leben in dieser Welt. Aber wir beziehen unsere Maßstäbe nicht aus dieser Welt.

Und genau das kann Gegenwind erzeugen.

Jesus hat seinen Jüngern übrigens nie versprochen, dass konsequente Nachfolge immer Beifall bekommt. Im Gegenteil. Er sagt: „Jeder nun, der sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater im Himmel.“ (Matthäus 10,32)

Vielleicht sollten wir uns deshalb einmal eine unangenehme Frage stellen:

Was ist von einem Christsein übrig, das zwar niemanden stört – aber auch niemand mehr bemerkt?

Jesus spricht beim Salz sogar davon, dass es seine Kraft verlieren kann. Und dann fragt er: „Womit soll es wieder salzig gemacht werden?“ (Matthäus 5,13)

Vielleicht sollten wir deshalb weniger darüber nachdenken, wie wir als Christen möglichst wenig anecken – und häufiger darüber, ob unser Leben noch nach Christus „schmeckt“.

Nicht laut um des Lautseins willen. Nicht provozierend um der Provokation willen. Nicht selbstgerecht.

Aber erkennbar.

Denn wir vertreten nicht uns selbst. Wir gehören Christus.

Und damit kommen wir zum Ende unserer kleinen Trilogie.

Im ersten Teil lautete die Frage: Bist du in Christus?

Im zweiten: Ist Christus in deinem Leben zu erkennen?

Und heute: Darf man Christus auch dann noch in deinem Leben erkennen, wenn es dich etwas kostet?

Denn vielleicht zeigt sich gerade im Gegenwind, ob Nachfolge nur ein schönes Wort ist – oder tatsächlich die Richtung unseres Lebens.

Bleibst du sichtbar, wenn der Wind rauer wird?

Amen

Lied: Sei ein lebend’ger Fisch - Snubnose