Christ - Woran erkennt man einen Christen? Wenn ich in Christus bin – woran merkt man das eigentlich?

Kurz nachgedacht:

(Der Impuls enthält u.U. Links zum weitergehenden Verständnis.)

Christ - Woran erkennt man einen Christen?

Letzte Woche haben wir gefragt: Was macht einen Menschen eigentlich zum Christen?

Unsere Antwort war:

Nicht Taufe, Kirchenmitgliedschaft, Gottesdienstbesuch oder ein Etikett mit der Aufschrift „CHRIST“. Ein Christ ist ein Mensch, der „in Christus“ ist – von Neuem geboren, eine neue Schöpfung.

Heute gehen wir einen Schritt weiter: Wenn ich in Christus bin – woran merkt man das eigentlich?

Interessanterweise lesen wir in Apostelgeschichte 11,26: „… und in Antiochia wurden die Jünger zuerst Christen genannt.“

Beachte die Reihenfolge! Da waren Menschen, die als Jünger Jesu lebten – und genau diese Menschen wurden in Antiochia erstmals „Christen“ genannt.

Früher war die Kennzeichnung „Made in Germany“ weltweit ein angesehenes Gütezeichen für Qualität. Aber nicht das Etikett machte das Produkt gut – die Qualität des Produktes gab dem Etikett seinen guten Ruf.

Wie schön wäre es, wenn wir Christen so lebten, dass auch unser „Etikett“ wieder etwas von dem erkennen ließe, für den es steht! Nicht um des Etiketts willen und schon gar nicht zu unserer Ehre – sondern zur Ehre des HERRN, dessen Namen wir tragen.

Heute dagegen ist „Christ“ für manche Menschen manchmal so eine Art geistliche Berufsbezeichnung ohne Tätigkeitsbeschreibung. Man trägt den Namen – aber Nachfolge ist offenbar Sonderausstattung. 😉

Nur: Kennt die Bibel dieses Modell?

Jesus sagt: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger.“ (Johannes 8,31) Und: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ (Johannes 13,35)

Und in Johannes 15 spricht Jesus davon, dass seine Jünger Frucht bringen.

Da wird etwas sichtbar!

Das bedeutet nicht, dass wir uns durch Bibellesen, Liebe, Gehorsam oder gute Werke zu Christen machen. Das wäre genau die Reihenfolge, die wir letzte Woche ausgeschlossen haben.

Die Frucht macht den Baum nicht lebendig. Aber ein lebendiger Baum bringt Frucht.

Paulus sagt übrigens nichts anderes. Er schreibt: „Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn, angenommen habt, so wandelt auch in ihm.“ (Kolosser 2,6)

Das ist bemerkenswert: Zuerst Christus angenommen – dann in ihm wandeln.

Errettung zuerst. Nachfolge danach.

Vielleicht hätten wir Christsein manchmal trotzdem gerne wie einen Neuwagen:

Vergebung der Sünden? Grundausstattung.

Ewiges Leben? Natürlich inklusive. Himmel? Unbedingt!

Aber Nachfolge? Gehorsam? Christus über mein Leben bestimmen lassen? Zu teure Sonderausstattung. 😉

Und plötzlich wird aus dem Schmunzeln eine ziemlich ernste Frage:

Kann es eigentlich ein Christsein geben, bei dem Christus zwar mein Retter sein darf, aber bitte nicht mein Herr?

Natürlich bedeutet Jüngerschaft nicht Vollkommenheit.

Schauen wir Petrus an. Er verstand Jesus manchmal falsch, handelte vorschnell, schlief im falschen Moment ein und verleugnete seinen Herrn schließlich sogar dreimal.

Und trotzdem war Petrus ein Jünger Jesu.

Denn ein Jünger ist nicht jemand, der schon angekommen ist.

Ein Jünger ist jemand, der weiß, wem er folgt.

Er kann stolpern. Er kann versagen. Er braucht Vergebung und Gnade. Aber die Richtung seines Lebens bleibt Christus.

Und genau deshalb bleibt das neue Leben, von dem wir letzte Woche gesprochen haben, nicht unsichtbar. In unserem Denken, Reden, Handeln, Lieben und in unseren Entscheidungen wird zunehmend etwas von dem sichtbar, dem wir gehören.

Jesus sagt: „Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.“ (Johannes 15,8)

Letzte Woche lautete die Frage: Bist du in Christus?

Heute möchte ich eine zweite danebenstellen: Wenn du in Christus bist – ist Christus auch in deinem Leben zu erkennen?

Nicht damit du gerettet wirst. Sondern weil du gerettet bist.

Woran wird deine Nachfolge sichtbar?

Amen

Lied: Folgen, Leben mit Jesus hat Folgen - FECG Lahr, Fam. Binefeld