„Christsein ist unmöglich - Teil 2 - Analyse“ Im Kopf macht's Klick...

Kurz nachgedacht:

(Der Impuls enthält u.U. Links zum weitergehenden Verständnis)

Letzte Woche im ersten Teil habe ich Euch mit dem Satz „Christsein ist unmöglich.“ von Major Walter Ian Thomas, dem Gründer der Fackelträger konfrontiert. Ein Satz, der nicht nur Hans Peter Royer verwirrte, sondern bestimmt auch viele von uns in Verwirrung stürzt, scheint er doch auf den ersten Blick schon so offensichtlich falsch zu sein.

Denn eine einfache Frage an ChatGPT scheint ihn ja sofort zu widerlegen. Antwort ChatGPT: Aktuell identifizieren sich weltweit rund 2,3 bis 2,6 Milliarden Menschen nominell als Christen (etwa ein Drittel der Weltbevölkerung).

Also, da identifizieren sich knapp ein Drittel der Weltbevölkerung als Menschen mit einem Lebensstil, der lt. Major Thomas im Prinzip gar nicht möglich ist. Das ist ein Paradoxon, das wir uns genauer anschauen müssen, bevor wir nächste Woche im dritten Teil tatsächlich zur Erkenntnis und die Woche darauf zur praktischen Umsetzung kommen.

Um es gleich vorab zu sagen:

Ich werde mit meinen folgenden Überlegungen  der Komplexität der Menschen natürlich nicht gerecht, trotzdem möchte ich der Vereinfachung halber mal eine gewisse Flughöhe einnehmen und aus dieser Position auch verallgemeinernde Aussagen machen:

Im Prinzip kann man diese rund 2,5 Milliarden Menschen in folgende Gruppen einteilen:

Gruppe 1:

Das sind wohl die Namenschristen. Sie sind getauft, haben aber nie eine bewusste Entscheidung zu einem Leben mit Christus getroffen und leben entsprechend ohne persönliche Beziehung zu Ihm.

Gruppe 2:

Die Menschen in dieser Gruppe nenne ich Kulturchristen. Sie orientieren sich an christlichen Werten, engagieren sich vielleicht sogar im christlichen Umfeld, aber ihr Leben wird nicht von einer lebendigen Beziehung zu Christus geprägt.

Gruppe 3:

Sie besteht aus echten Christen, die zu Christus gehören und ihm ernsthaft nachfolgen wollen. Doch wie schon im ersten Impuls beschrieben, geraten sie dabei leicht in die Gefahr, ihr Christsein aus eigener Kraft zu leben, was es oft mühsam und kräftezehrend macht und die Freude raubt. Dabei versuchen sie, ihre Religion glaubwürdig zu leben.

Gruppe 4: Das sind ebenfalls echte Christen, die gelernt haben, aus der Beziehung zu Christus zu leben, so dass Er selbst ihr Leben prägt und ihr Christsein – bei allen Höhen und Tiefen – von tiefer Freude getragen ist.

Was ist nun der entscheidende Unterschied – besonders zwischen Gruppe 3 und 4?

Es ist ein Wort, das ich bewusst in der dritten Gruppe verwendet habe:

👉 Religion.

Denn so ernst und aufrichtig viele Christen ihren Glauben auch leben – sie stehen doch in der Gefahr, ihr Christsein wie eine Religion zu verstehen und zu leben.

Und Religion bedeutet am Ende immer: Der Mensch versucht, aus eigener Kraft für Gott zu leben.

Doch genau hier liegt das Problem: Denn so sehr sich ein Christ auch anstrengt – aus eigener Kraft wird sein Christsein auf Dauer mühsam bleiben.

Das Evangelium dagegen setzt an einem ganz anderen Punkt an. Es spricht nicht zuerst davon, dass wir unsere Kraft für Gott verbrauchen sollen, sondern dass Gott Seine Kraft in uns zur Entfaltung bringt.

Hier liegt der entscheidende Unterschied – nicht nur zwischen Gruppe 3 und 4, sondern im Kern des ganzen Christseins.

Um was es geht, was das konkret bedeutet und wie Christen sich diese Wahrheit von der Bibel her erschließen können, darum soll es im 3. Teil der Serie gehen.

Amen

© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt

Lied: Mittelpunkt - Outbreakband

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