„Christsein ist unmöglich - Teil 4 - Umsetzung“ Wie kann man "Jesus in uns" praktisch umsetzen und was bedeutet das?
Kurz nachgedacht:
(Der Impuls enthält u.U. Links zum weitergehenden Verständnis)
Wenn wir die letzten Impulse zusammennehmen, dann ist die Botschaft im Kern erstaunlich einfach: Christsein ist nicht in erster Linie etwas, das wir für Gott tun. Sondern etwas, das Gott in uns und durch uns tut.
Oder anders gesagt: Nicht Ruderboot – sondern Segelboot.
Vielleicht sagst du jetzt: „Das habe ich verstanden – aber wie lebt man das konkret im Alltag?“ Denn genau hier beginnt ja die eigentliche Herausforderung.
Wir stehen jeden Tag in Situationen, in denen wir reagieren müssen: im Alltag, im Beruf, in Beziehungen, in Entscheidungen, auch in unserer Mitarbeit in Kirchengemeinde, CVJM oder wo auch immer für den Herrn.
Und genau dort zeigt sich, ob wir wieder ins „Ruderboot“ zurückfallen – oder ob wir im „Segelboot“ bleiben.
Jesus selbst beschreibt diesen Zusammenhang sehr klar:
Johannes 15,4-5: „Bleibt in mir, und ich [bleibe] in euch! Gleichwie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“
Das ist ein einladender Auftrag. Denn du musst nicht selbst Früchte für den Herrn aus Dir herauspressen. Du sollst nur in Ihm bleiben. Nicht am Sonntagmorgen allein. Denn das wäre nicht „bleiben“, das wäre nur „besuchen“.
Es ist eine neue Haltung. Dein Vertrauen in die Kraft des Weinstocks bedeutet: Ich höre zwar nicht auf zu handeln. Aber ich höre auf, meine eigene Kraft zur Quelle zu machen.
Das zeigt sich ganz praktisch:
· Wenn ich versage – gehe ich nicht in Selbstverurteilung, sondern zu Christus.
· Wenn ich überfordert bin – gehe ich nicht in Aktivismus, sondern ins Vertrauen.
· Wenn ich unsicher bin – gehe ich nicht in Kontrolle, sondern ins Gebet.
Vertrauen heißt hier nicht: Ich mache jetzt gar nichts mehr. Aber ich lasse mich vom Herrn gebrauchen für die Dinge, die Er bereits vorbereitet hat. In Eph. 2,10 lesen wir: „Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“
Es passiert nicht durch äußere Anstrengung, Selbstverwirklichung und das Verlassen auf uns selbst. Es passiert fast von selbst durch das Bleiben in Ihm. Und durch das Bleiben in Ihm merken wir: Christus will Sein eigenes Leben in uns verwirklichen.
Und das nicht nur im Dienst für Kirche und Gemeinde, sondern plötzlich wird unser ganzes Leben ein Gottesdienst für Ihn. Und ein weiterer Vorteil ist: Wir dienen nicht mehr an Seinem Willen vorbei, so gut wir es auch meinen. Wir produzieren nicht Zitronen und Bananen am Weinstock, sondern als Reben in Ihm produzieren wir Trauben. Wie Er es will und in Seiner Kraft.
Das funktioniert. Probiere es aus!
Und plötzlich fällt alles leichter und macht Freude. Weil eigentlich Er die Hauptarbeit tut. Deine Verbindung mit Ihm kannst du genießen, auch das für die Verbindung mit Ihm wichtige Lesen Seines Wortes macht Freude, ist nicht mehr Last, sondern Lust.
Vertraue ihm in dieser Sache! Er kennt doch Sein eigenes Werk. Bleibe in Ihm und Er bleibt und wirkt in dir und durch dich! Nur durch beide Seiten der Medaille, du in Ihm und Er in Dir, wirst du Früchte bringen zur Freude des Herrn und zum Segen der Menschen.
Denn das Entscheidende ist nicht die Stärke deines Glaubens, deiner Tatkraft oder deines Willens, sondern die Realität dessen, dem du vertraust.
Und plötzlich ist echtes Christsein nicht mehr unmöglich, sondern möglich. Und auch nicht mehr einengend, sondern befreiend.
Amen
© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt
Lied: Alles kommt von dir - Outbreakband