Christus angenommen - und jetzt? ... darum wandelt auch in Ihm
„Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn, angenommen habt, so wandelt auch in ihm, gewurzelt und auferbaut in ihm und gefestigt im Glauben, so wie ihr gelehrt worden seid, und seid darin überfließend mit Danksagung.“
(Kolosser 2,6–7)
Kurz nachgedacht:
(Der Impuls enthält u.U. Links zum weitergehenden Verständnis.)
Christus angenommen – und jetzt?
Vor einiger Zeit sagte jemand einmal zu mir: „Ich bin doch Christ. Das reicht doch.“ Die Aussage hat mich beschäftigt.
Natürlich: Wer Jesus Christus im Glauben angenommen hat, darf sich über die Gewissheit seiner Rettung freuen. Sie ist ein Geschenk der Gnade Gottes und keine Belohnung für ein besonders gutes Leben.
Aber endet das christliche Leben wirklich dort?
Diese Andacht schreibe ich heute nicht nur für Euch, sondern auch für mich.
Paulus schreibt:
„Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn, angenommen habt, so wandelt auch in ihm, gewurzelt und auferbaut in ihm und gefestigt im Glauben, so wie ihr gelehrt worden seid, und seid darin überfließend mit Danksagung.“
(Kolosser 2,6–7)
Mir fällt auf, dass Paulus nicht schreibt: „Ihr habt Christus angenommen – herzlichen Glückwunsch!“ Er schreibt vielmehr: „So wandelt auch in ihm.“
Der Glaube, der uns zu Christus geführt hat, möchte unser ganzes Leben prägen. Das klingt einfach. Ist es aber oft nicht.
Denn wir leben in einer Zeit, in der viele Werte ganz anders aussehen als die Maßstäbe, die Christus uns in seinem Wort gibt. Als Christen leben wir mitten in dieser Welt – und doch merken wir immer wieder, dass wir dort eigentlich nicht mehr zu Hause sind.
Aber wie gelingt es, diesen Weg zu gehen?
Auch diese Frage ist erstaunlich alt. Schon David schrieb vor etwa 3000 Jahren: „Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen? Indem er ihn bewahrt nach deinem Wort!“ (Psalm 119,9)
Und im selben Psalm später heißt es: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“ (Psalm 119,105)
Eigentlich sagen David und Paulus dasselbe. Wer mit Christus leben möchte, braucht Wurzeln. Paulus beschreibt das mit drei starken Bildern: gewurzelt, auferbaut und gefestigt.
Ein Baum bleibt auch dann stehen, wenn der Wind stärker wird – nicht weil sein Stamm so beeindruckend aussieht oder besonders dick ist, sondern weil seine Wurzeln tief reichen. Auf die Wurzeln kommt es an. Genau darum geht es auch im Glauben.
Unsere Standfestigkeit wächst nicht dadurch, dass wir besonders starke Christen sind. Sie wächst dadurch, dass wir immer tiefer in Christus verwurzelt werden.
Das geschieht normalerweise nicht über Nacht.
Christus lässt unsere Wurzeln tiefer wachsen, wenn wir sein Wort lesen, darüber nachdenken, beten, Gemeinschaft mit anderen Christen suchen und lernen, Ihm auch im Alltag zu vertrauen.
Dann wird aus einem einmaligen „Ja“ zu Jesus Schritt für Schritt ein Leben mit Jesus.
Und noch etwas fällt mir auf: Paulus beendet diesen Abschnitt nicht mit einer neuen Forderung, sondern mit einem wunderbaren Gedanken:
„… und seid darin überfließend mit Danksagung.“
Ein Christ, der in Christus verwurzelt ist, wird nicht zuerst an Regeln erkannt, die er hält, sondern an einer dankbaren Haltung.
Denn wer begriffen hat, was Christus für ihn getan hat, wer seine Vergebung, seine Treue und seine tägliche Führung erlebt, der findet immer wieder Gründe zum Danken – selbst dann, wenn das Leben gerade nicht einfach ist.
Dankbarkeit ist deshalb nicht die Voraussetzung für ein Leben mit Christus, sondern die Frucht eines in Christus verwurzelten, auferbauten und gefestigten Lebens.
Im nächsten Samstagsimpuls wollen wir uns den folgenden Vers ansehen. Denn Paulus warnt uns auch davor, dass es Kräfte gibt, die Christen von diesem Fundament wegziehen wollen.
Ich wünsche Euch ein gesegnetes Wochenende – und Gottes Segen dabei, immer tiefer in Christus verwurzelt zu werden und dabei „überfließend mit Danksagung“ zu sein.
Amen
© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt
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