Der Himmel ist nicht für die Guten Wieso denn das?

"Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, sodass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist."

Römer 3,23-24

Kurz nachgedacht

(Der Impuls enthält ggf. Links zum weitergehenden Verständnis)

Manchmal kommt man mit Menschen ins Gespräch über Himmel und Hölle. Und dann läuft das Gespräch sehr oft in die Richtung, dass die Frage entsteht, ob es diese beiden Orte überhaupt gibt. Während das Vorhandensein des Himmels als durchaus möglich empfunden wird, lehnen die meisten Menschen einen Ort „Hölle“ ab.

 Aber entscheidend ist nicht, was wir als vorstellbar empfinden, weil wir es uns wünschen und was wir als nicht vorstellbar empfinden, weil wir es uns nicht wünschen, sondern als Christen sollten wir uns daran orientieren, was Jesus dazu sagt. Und Jesus hat sehr viel über den Himmel gepredigt, aber noch öfter vor der Hölle gewarnt und dass wir ja nicht an diesen Ort kommen.

Jetzt sind wir bei der nächsten Frage: Wer wird von uns irgendwann an welchem Ort sein?

Wer würde wohl folgende Aussage unterschreiben: Im Himmel werden einmal die guten Menschen sein und in der Hölle die Schlechten?

Ich glaube, die allermeisten Leute würden dem zustimmen. Aber ist das wirklich so?

Ich habe kürzlich eine völlig umgekehrte These gelesen. Die lautete: Die Hölle ist voll von guten Menschen, der Himmel ist voll von schlechten Menschen.

Unser menschliches –  und auch mein – Gerechtigkeitsgefühl rebelliert erstmal gegen eine solche Aussage. Das wäre ja total absurd. Aber ich lade dich ein, mit mir darüber nachzudenken.

Empfindest du dich als guten Menschen oder als schlechten? Na schön, nehmen wir an, du sagst: Ich bin ein guter Mensch. Das können wir aber nicht einfach so stehen lassen, sondern wir brauchen einen Maßstab. Und da es um Gottes Urteil geht, brauchen wir den Maßstab Gottes. Nehmen wir mal die zehn Gebote.

Hast du schon mal im Leben gelogen? Hast du schon mal was mitgehen lassen, das nicht dir gehört, auch wenn es von geringem Wert war? Hast du schon einmal eine Frau oder einen Mann mit Gedanken angesehen, die vor Gott nicht gut sind? Hast du noch nie Dinge über jemanden weitererzählt, von denen du gar nicht wusstest, ob sie wahr sind? Nur ein paar Beispiele aus den zehn Geboten.

Vielleicht hast du bei all dem „Nein“ gesagt. Dann täuschst du dich vermutlich selbst über deinen Zustand vor Gott. Aber du würdest dich wahrscheinlich weiter stramm als guten Menschen bezeichnen, der die Vergebung, die durch Christus am Kreuz geschah, nicht nötig hat.

Vielleicht hast du bei diesen Fragen innerlich „Ja“ gesagt und gemerkt: Da stimmt etwas in meinem Leben nicht. Dann bist du bereits auf einem wichtigen ersten Schritt. Denn Selbsterkenntnis ist der Anfang von Umkehr und Besserung. Aber keine Besserung, die  du selbst bewirkst, sondern die Besserung, die durch die Vergebung geschieht, die Christus am Kreuz erwirkt hat. Sie ist der erste Schritt zur wirklichen Befreiung und zu einem neuen Leben in Christus.

Johannes schreibt in 1.Johannes 1,9: „Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“

Durch diese Reinigung wird möglich, dass wir als eigentlich schlechte Menschen, aber begnadigte Sünder nach unserem Tod den Himmel bewohnen. Denn „Der Himmel ist nicht für die Guten – sondern für die Begnadigten.“

Diejenigen aber, die darauf beharren, dass sie gute Menschen sind und keine Vergebung und Begnadigung gesucht haben, die werden einmal als vermeintlich gute Menschen die Hölle bewohnen – und zwar jeder für sich und ohne die Gemeinschaft mit Gott.

Wie tragisch – und dumm – es ist, die Begnadigung abzulehnen, davon hört ihr am nächsten Samstag.

Amen

© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt

Lied: Allein deine Gnade genügt – Pfarrer Uwe

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