Der letzte Punkt auf der Liste Hast du eine Bucketlist und welche Punkte stehen drauf?

Kurz nachgedacht

(Der Impuls enthält ggf. Links zum weitergehenden Verständnis)

Vor Jahren habe ich mal einen Film gesehen. Er hieß „Das Beste kommt zum Schluss“ mit Morgan Freeman und Jack Nicholson. Sie waren beide todkrank und taten sich zusammen, um vor ihrem Tod noch eine sogenannte Bucketlist abzuarbeiten. Eine Liste mit Dingen, die sie im Leben unbedingt noch erleben wollten.

Besondere Reisen, beeindruckende Orte, Abenteuer oder lang gehegte Träume. Dinge, die sie noch tun wollten, bevor die Krankheit ihrem Leben ein Ende setzen würde.

Auch zwei Kollegen aus meiner Abteilung, ein Ehepaar, haben so eine Liste. Seit einiger Zeit planen sie ihre Urlaube danach. Einer dieser Punkte war eine Kreuzfahrt. Eine schöne Idee: Unterwegs sein, Neues entdecken, das Leben genießen.

Im Moment allerdings sitzen sie ganz aktuell auf dem Kreuzfahrtschiff fest. Auf „Mein Schiff 5“ – in Doha. Die Reise lief komplett anders als geplant.

Natürlich haben sie Angst und machen sich Sorgen. Und natürlich bete ich für sie - und sie wissen das auch, obwohl sie Jesus nicht kennen. Ihre Situation erinnert uns daran, wie schnell unsere Pläne durcheinandergeraten können. Wir planen Reisen, Termine, Projekte und manchmal sogar unser ganzes Leben. Öfter aber kommt es anders, als wir denken. Auch ich kann mit meinem letzten Jahr davon ein Lied singen.

Die Bibel spricht genau darüber:

„Nun hört, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in diese oder jene Stadt gehen und dort ein Jahr verbringen und Handel treiben und Gewinn machen – und wisst nicht, was morgen sein wird.“ (Jakobus 4,13–14)

Jakobus kritisiert nicht das Planen an sich. Und Gott verbietet uns auch nicht, dass wir das Leben genießen. Aber Er erinnert uns mit diesem Vers daran, dass unser Leben letztlich nicht in unserer Hand liegt. Wir können vieles planen – aber wir können nicht garantieren, dass unsere Pläne auch so eintreffen.

Jesus stellt deshalb eine noch grundlegendere Frage. Eine Frage, die tiefer geht als jede Lebensplanung: „Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und doch Schaden nimmt an seiner Seele?“ (Matthäus 16,26)

Man kann im Leben sehr vieles erreichen. Man kann reisen, erleben, sammeln und abhaken . Und vielleicht steht am Ende tatsächlich ein Häkchen hinter jedem Punkt der eigenen Bucketlist.

Die Traumreise gemacht. Die besonderen Orte gesehen. Die Wünsche erfüllt. Und doch bleibt eine Frage offen: Was bleibt letztlich davon?

Die Bibel lädt uns ein, nicht nur für dieses Leben zu planen, sondern für die Ewigkeit. Jesus sagt: „Sammelt euch aber Schätze im Himmel.“ (Matthäus 6,20)

Vielleicht ist es gar keine schlechte Idee, eine Liste mit Dingen zu haben, die man im Leben noch tun möchte. Das Leben ist ein Geschenk, und es ist schön, wenn wir es bewusst gestalten. Aber vielleicht lohnt es sich auch, noch eine andere Frage zu stellen.

Nicht nur: Was möchte ich im Leben noch erleben?

Sondern auch: Wo möchte ich einmal ankommen?

Denn eines Tages wird jeder Mensch seinen letzten Punkt erreichen. Nicht auf einer Reise, nicht auf einer Liste, sondern im Leben selbst. Und dann wird nicht entscheidend sein, wie viele Träume wir uns erfüllt haben, wie viele Orte wir gesehen oder wie viele Ziele wir erreicht haben.

Entscheidend wird sein, ob unser Leben bei Gott sein Ziel gefunden hat.

Oder anders gesagt: Es wäre tragisch, wenn am Ende unseres Lebens hinter allen Punkten ein Häkchen steht – nur nicht hinter dem letzten.

Amen

© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt

Lied: Anker in der Zeit – Andrea Adams-Frey

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