Felix Nmecha und der Gebetskreis - Mehr als nur eine Geste Wie privat muss Glaube sein?
"Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, zu dem du auch berufen bist und worüber du das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen abgelegt hast."
Erster Timotheus 6,12
Kurz nachgedacht:
(Der Impuls enthält u.U. Links zum weitergehenden Verständnis)
Titel: Felix Nmecha und der Gebetskreis - Mehr als nur eine Geste
An wohl kaum einem oder einer von euch ist die Berichterstattung der Medien vorübergegangen, die sich nun bereits eine Woche hinzieht und die den 7:1-Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Curaçao vollkommen in den Hintergrund rücken ließ.
Spieler beider Teams hatten sich nach dem Spiel am Mittelkreis zum gemeinsamen Gebet versammelt.
Die Szene ereignete sich am 14. Juni nach dem WM-Auftaktspiel in der US-Stadt Houston (Bundesstaat Texas). Der Dortmunder Mittelfeldspieler Felix Nmecha und Bayern-Verteidiger Jonathan Tah bildeten mit mehreren Profis der gegnerischen Mannschaft einen Kreis, legten die Arme umeinander und senkten die Köpfe.
Jesus wird verherrlicht.
Im anschließenden ARD-Interview erklärte Nmecha:
„Wir sind im Spiel Gegner, nach dem Spiel sind wir alle Christen und Brüder."
Man habe gemeinsam gebetet, weil alle dankbar seien.
„Vom Ergebnis her ist es natürlich schön für uns, aber auch im Ganzen glauben wir alle, dass Jesus durch das Spiel verherrlicht wird."
Fußball-Experte und Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger kommentierte aus dem Hintergrund die Aussage im Fernsehen mit einem „Amen".
Vor dem Spiel war Nmecha mit einer Bibel in der Hand aus dem Mannschaftsbus ausgestiegen.
Torjubel mit klarer Botschaft
Bereits in der sechsten Minute hatte Nmecha das 1:0 erzielt.
Nach seinem Treffer kniete er sich auf den Rasen, zeigte mit der rechten Hand zum Himmel und setzte eine imaginäre Krone ab. Die Geste soll ausdrücken, dass Jesus über allem herrscht.
Auf Instagram veröffentlichte er nach dem Spiel ein Foto seines Torjubels mit den Worten „Danke, Jesus".
Nmecha ist Sohn einer deutschen Mutter und eines nigerianischen Vaters. Seit Jahren bekennt er sich öffentlich zu seinem christlichen Glauben. „Fußball ist meine Leidenschaft, Jesus ist mein Fundament", erklärte er.
So berichtet IDEA, DAS MAGAZIN, das auflagenstärkste überregionale evangelische Wochenmagazin der unabhängigen Evangelische Nachrichtenagentur IDEA in seiner aktuellen Ausgabe.
Das ist natürlich ein christliches Magazin, aber wer die Berichterstattung fast aller Medien, seien es nun Printmedien oder Bildmedien, verfolgt hat, der musste feststellen, dass im Kern durchweg eher negativ über diese Aktion berichtet wurde, manchmal nur verschleiert, tendenziös, manchmal offen feindselig.
Was mir aber nicht klar war ist, wie weit sich in unseren westlichen Gesellschaften schon verfestigt hat, dass der christliche Glaube Privatsache zu sein hat.
So sehr, dass ein öffentliches Bekenntnis als extrem, übergriffig und fundamentalistisch empfunden wird.
Das widerspricht natürlich absolut dem, was uns Christen von Jesus selbst aufgetragen wurde, der Seine Jünger bis heute sendet, um das Evangelium auszubreiten.
Wenn aber diejenigen, die sich bemühen, diesen Auftrag zu erfüllen, sichtbar werden in der Gesellschaft und evangelistische Botschaften verbreiten, müssen Sie mit Hass und Anfeindungen rechnen, Tendenz steigend.
Dass es viele Länder gibt, in denen Christen bis zum Tod verfolgt werden, das weiß ich schon sehr lange und bin jedes Mal wieder erschüttert, Berichte darüber zum Beispiel auf https://www.opendoors.de zu lesen.
Davon sind wir hierzulande scheinbar noch sehr weit entfernt. Gott sei Dank dafür.
Dennoch wird gerade am Beispiel von Felix Nmecha deutlich, dass der Wind, der den bekennenden Christen schon lange ins Gesicht weht, nun auch hierzulande stärker und kälter wird.
Die Berichterstattung um die Aktion der Spieler im Eröffnungsspiel der deutschen Gruppe ist ein gutes Beispiel dafür.
Das Theater geht nun schon tagelang.
Warum?
• Hat Felix Nmecha ungläubige Menschen kritisiert?
• Hat er übergriffig missioniert?
• Hat er irgendwas getan oder gesagt, was gegen ein deutsches Gesetz steht?
Nein!
Er hat sich lediglich mit Jonathan Tah und einigen Spielern von Curacao durch ein öffentliches Gebet zu seinem Glauben bekannt.
War es eine geplante Aktion?
Ich weiß es nicht, kann aber schon sein.
Na und…
Und wenn schon…
Alle möglichen anderen vom Gesetz gedeckten Überzeugungen dürfen in der Öffentlichkeit demonstriert, geplant und ausgelebt werden und werden sogar noch gefeiert.
Sogar und gerade dann, wenn sie aus Sicht der Bibel absolut kritisch zu bewerten sind.
Aber öffentlich Jesus zu bekennen wird als gefährlich wahrgenommen.
Warum ist das so und warum war das schon immer so?
Weil Jesus selbst es gesagt hat. Wir werden keinen Beifall der Menschen ernten. Die Welt wird uns hassen, weil sie Ihn hasst.
Der Fürst dieser Welt ist nicht unser Herr Jesus.
Es ist Satan.
Er liegt im Clinch mit dem Herrn der Welt.
Und die ihm - bewusst oder unbewusst - nachfolgen, ebenso.
Aus diesem Grund brauchen wir uns über diese Entwicklungen nicht zu wundern.
Aber wir dürfen uns festhalten an Aussagen der Bibel, die Felix Nmecha und all denen, die treu, auch öffentlich sichtbar, an Jesus festhalten und Ihn bekennen, klare Zusagen geben, aber auch die natürliche Reaktion der Welt nicht verschleiern.
Was die Zusagen für das Bekenntnis angeht:
Zentrale Bibelstellen dazu
• Römer 10,9: „Wenn du mit deinem Mund bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden.“
• Matthäus 10,32: „Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater im Himmel.“
• 1. Johannes 4,15: „Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er in Gott.“
Was Menschen erwartet, die Jesus öffentlich bekennen:
Zentrale Bibelstellen dazu
• Johannes 15,18–19: „Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. [...] Weil ihr aber nicht von der Welt seid, [...] darum hasst euch die Welt.“
• 2. Timotheus 3,12: „Alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden.“
• Matthäus 10,22: „Und ihr werdet gehasst werden von jedermann um meines Namens willen.“
• Lukas 6,22: „Glückselig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen, und wenn sie euch absondern und schmähen und euren Namen als böse verwerfen um des Menschensohnes willen!“
Heute Abend ist das zweite Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste.
Ist wieder eine Aktion geplant oder entsteht ungeplant?
Ich habe das Gefühl, die Geschichte geht weiter.
Möge Gott solche und andere Bekenntnisse auf der ganzen Welt dafür nutzen, dass Er verherrlicht wird und noch viele gerettet werden.
Amen
© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt