Geschwisterliche Grüße
Guten Morgen, liebe Freunde von CVJM/News. „Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! (Römer 1,7)“
Begrüßungs- und Abschiedsformeln gehören zu jeder persönlichen Kommunikation, seien sie nun verbal im persönlichen Kontakt oder in einer schriftlichen Kommunikation per Mail oder Messenger-Diensten wie WhatsApp.
Wir empfinden es als unhöflich oder abwertend, wenn eine Kontaktaufnahme nicht mit Guten Morgen, Hallo, oder wenigstens einem Hi oder Hey eingeleitet wird. Ebenso irritiert es uns, wenn – besonders bei Mails – eine entsprechende Abschiedsformel fehlt.
Natürlich spielt der Zweck der Kontaktaufnahme und das persönliche Verhältnis zwischen den Kommunikationspartnern eine nicht unentscheidende Rolle.
Wenn ich Tilmann, mit dem ich bereits im Sandkasten des Kindergartens, in der Schule, in der Jungschar, im Jugendkreis und im Vorstand des CVJM Diedelsheim gesessen bin, mit „Sehr geehrter Herr Herbolsheimer“ anschreibe und mein Mail oder meine WhatsApp mit „Mit vorzüglicher Hochachtung“ beende, wird er sich möglicherweise fragen, ob ich geistig noch ganz gesund bin.
George Whitefield, gemeinsam mit John und Charles Wesley Begründer des Methodismus und Hauptprotagonist der britischen und amerikanischen Erweckung des 18. Jahrhunderts, pflegte Briefe an seinen Freund John mit der Formel „Geliebter und geehrter Sir…“ einzuleiten.
Heute wirkt das zu Recht aus der Zeit gefallen. Vielleicht ebenso wie die oben genannte Grußformel „Gnade sei mit Euch (Dir) und Friede von Gott, unserem Vater“, die sich in leichten Variationen zu Beginn eines jeden dem Apostel Paulus zugeschriebenen Briefs findet.
Trotzdem hat das was. Tilmann würde ich als meinen Bruder im Herrn und viele andere würde ich als ebensolche Geschwister bezeichnen. Gott ist der gemeinsame Vater aller wiedergeborenen Christen. Alle Christen sollten sich durch Christus von Gott begnadet wissen und im Frieden Gottes leben und sich das auch immer wieder gegenseitig wünschen.
Leider vergessen wir das nur allzu oft. Wir Christen sollten uns um noch so viel mehr unsere gegenseitige Wertschätzung und Liebe ausdrücken. Und dies nicht nur in der ganz normalen Kommunikation, sondern auch bei der Begrüßung und beim Abschied.
Eine liebevolle, wertschätzende Begrüßung kann und wird die ganze Kommunikation in eine positive Richtung lenken und, wenn sie spezifisch christlich ist, uns auch unserer gemeinsamen Verbundenheit im Herrn versichern.
Beim Abschied hat Paulus auch einige Formulierungsvorschläge. Wir müssen die nicht 1:1 übernehmen, wie ich das vorhin bei der Anrede getan habe und auch gleich wieder tun werde, wenn ich diesen Impuls abschließe.
Aber wir können uns davon inspirieren lassen. Ich möchte uns nämlich dafür sensibilisieren, wie wichtig die Kommunikation unter Christen ist. Nicht nur für uns selbst. Auch die Menschen um uns herum beobachten bewusst oder unbewusst, wie wir als Christen miteinander umgehen. In der Tat, aber auch im Wort.
Der Evangelist Johannes ermahnt uns ja als Christen immer wieder, in seinem Evangelium und in seinen Briefen, liebevoll miteinander umzugehen, damit die Welt auch dadurch auf Christus hingewiesen werde.
Ich weiß, eine solche bewusste Umstellung der Kommunikation braucht ein bisschen Einübung, wird uns aber je länger, je leichter von den Lippen oder aus der Tastatur kommen. Dazu möchte ich Euch ermuntern.
„Die Gnade des Herrn Jesus sei mit euch! Meine Liebe ist mit euch allen in Christus Jesus! (1. Kor. 16,23+24)“
Amen