Im Schatten Gottes Auch das Wetter selbst kann uns predigen...
„Denn du bist … ein Schatten vor der Hitze.“
Jesaja 25,4
Kurz nachgedacht:
(Der Impuls enthält u.U. Links zum weitergehenden Verständnis)
Deutschland schwitzt. Seit Tagen steigen die Temperaturen auf Werte, bei denen selbst einfache Tätigkeiten zur Anstrengung werden. Die Nächte bringen kaum Abkühlung, jeder sucht nach einem schattigen Platz oder einem kühlen Luftzug.
Gerade solche Tage können uns an etwas erinnern, das wir im Alltag leicht übersehen: Auch das Wetter kann zum Prediger werden. Es erzählt uns von der Vergänglichkeit dieser Welt – und von einem Gott, der sich nicht verändert.
Während wir in Mitteleuropa die Sonne oft mit Urlaub, Freibad und guter Laune verbinden, wurde sie im Land Israel häufig ganz anders erlebt. Sengende Hitze bedeutete Dürre, Erschöpfung und manchmal sogar Lebensgefahr. Deshalb beschreibt die Bibel Gottes Segen nicht selten mit Bildern wie Regen, Zuflucht oder Schatten.
Jesaja schreibt über Gott:
„Denn du bist … ein Schatten vor der Hitze.“ Jesaja 25,4
Was für ein starkes Bild! Wer schon einmal an einem heißen Sommertag nach einer Wanderung unter einem schattigen Baum angekommen ist, weiß, wie wohltuend Schatten sein kann. Genau so beschreibt Gott sein Wesen. Er nimmt nicht jede Belastung sofort weg, aber Er verspricht seine Nähe mitten darin.
Dass es Frost und Hitze, Sommer und Winter gibt, überrascht Gott nicht. Bereits nach der Sintflut sagte er:
„Von nun an sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht, solange die Erde besteht.“ (1. Mose 8,22)
Seit dem Sündenfall lebt die Schöpfung unter den Folgen der Sünde. Extreme gehören zu dieser Welt. Hitze ist deshalb nicht in erster Linie ein Zeichen dafür, dass Gott die Kontrolle verloren hätte. Vielmehr erinnert sie uns daran, dass wir noch immer in einer gefallenen Schöpfung leben, die auf ihre Erlösung wartet.
Auch wir Menschen haben Grenzen. Als Jona der sengenden Sonne ausgesetzt war, wurde er kraftlos und mutlos (Jona 4,8). Das ist eine Erinnerung, die wir in unserer leistungsorientierten Zeit gut gebrauchen können. Nicht an jedem Tag müssen wir Höchstleistungen vollbringen. Manchmal ist es klug und sogar gottgewollt, einen Gang zurückzuschalten, Pausen einzulegen und dankbar anzunehmen, dass wir Geschöpfe und nicht Maschinen sind.
Doch die Bibel richtet unseren Blick noch weiter nach vorne. Unsere Hoffnung besteht nicht darin, dass der Wetterbericht endlich kühlere Temperaturen ankündigt. Sie richtet sich auf die neue Schöpfung, die Jesus Christus denen bereitet hat, die ihm vertrauen.
Dort heißt es:
„Und sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten; auch wird sie die Sonne nicht treffen noch irgendeine Hitze … denn das Lamm … wird sie zu lebendigen Wasserquellen leiten; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.“ (Offenbarung 7,16–17)
Jeder heiße Sommertag erinnert uns daran, dass diese Welt nicht unsere endgültige Heimat ist. Aber er erinnert uns ebenso daran, dass unser Herr derselbe bleibt – bei Frost und Hitze, an leichten und an schweren Tagen. Wer unter Seinem Schatten lebt, darf wissen:
Seine Gegenwart ist wohltuender als jeder schattige Baum und Seine Hoffnung reicht weit über diesen Sommer hinaus.
Ich wünsche Dir einen gesegneten Sonntag – im Schatten Gottes.
Amen
© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt
Lied: Du machst alles neu – Könige & Priester