Impulsreihe Pfingsten - Die zehn übersehenen Tage Warten und Beten - Oft der Auftakt zu etwas Großem

"Diese alle blieben beständig und einmütig im Gebet…"

Apostelgeschichte 1,14

Kurz nachgedacht:

(Der Impuls enthält u.U. Links zum weitergehenden Verständnis)

Titel: Impulsreihe Pfingsten – Die zehn übersehenen Tage

Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten liegen zehn Tage. Zehn Tage, die man leicht überliest und über die man oft so hinweggeht.

Man springt gedanklich oft direkt von der Himmelfahrt zu Pfingsten. Von Jesus, der in den Himmel auffährt, zu Brausen, Feuerzungen und der ersten großen Predigt des Petrus.

Aber dazwischen liegt eine stille Zeit von 10 Tagen. Zehn Tage des Wartens für die Jünger. Und ehrlich gesagt: Warten gehört auch nicht gerade zu meinen geistlichen Lieblingsbeschäftigungen.

Stell dir folgende Situation vor:

Du kommst in den Bereich Supermarktkasse im Brettener Kaufland und suchst automatisch schon nach der vermeintlich schnelleren Schlange. Oder du drückst im Aufzug mehrfach auf den Knopf, als würde das die Sache beschleunigen. Und wenn eine Internetseite länger als fünf Sekunden lädt, schielst du schon nach dem Router, ob alles in Ordnung ist.

Warten liegt mir nicht. Warten liegt den meisten von uns nicht.

Den Jüngern damals vermutlich auch nicht. Schließlich hatten sie gerade die gewaltigste Zeit ihres Lebens erlebt. Jesus war auferstanden. Vierzig Tage lang hatte er sie gelehrt und auf ihren zukünftigen Dienst vorbereitet. Der Auftrag war klar.

Und nun? Nun saßen sie nicht hektisch zusammen und entwickelten Strategien für die Weltevangelisation.

Was taten sie? Sie beteten.

In Apostelgeschichte 1,14 heißt es: „Diese alle blieben beständig und einmütig im Gebet…“ Ich finde das ziemlich bemerkenswert.

Die Jünger verstanden offenbar: Wenn Gottes Werk beginnen soll, dann muss Gottes Kraft vorausgehen.

Darum wurden diese zehn Tage  nicht vergeudet. Sondern sie wurden gefüllt mit Gebet, Gemeinschaft und Erwartung.

Vielleicht liegt genau hier eine wichtige Lektion für uns heute. Wir wünschen uns oft, dass auch Gott schnell handelt. Schnell antwortet. Schnell Türen öffnet. Schnell Probleme löst. Schnell heilt vielleicht.

Gott könnte das. Aber Seine Uhren ticken oft anders. Manchmal verändert Er erst unser Herz, bevor Er unsere Umstände verändert. Vielleicht sind genau diese Zeiten des Wartens geistlich viel wichtiger, als wir ahnen.

Denn gerade dort lernen wir, Gott zu vertrauen, nicht nervös vorauszulaufen und unsere Hoffnung nicht auf die eigenen Möglichkeiten, sondern auf Seinen Plan zu setzen.

Die Jünger wussten damals noch nicht, was an Pfingsten geschehen würde. Aber sie wussten, dass Jesus Seine Zusagen einhält. Also warteten sie. Betend, erwartungsvoll und vor allem gemeinsam.

Vielleicht befandest du dich selbst schon einmal in solchen „zehn übersehenen Tagen“. Zeiten, in denen scheinbar nichts passierte — und Gott doch im Hintergrund für dich tätig war. Denn oft erkennen wir dann rückblickend, dass genau diese stillen Zeiten uns geistlich geprägt haben. Nicht die hektischen Phasen unseres Lebens verändern uns am tiefsten, sondern oft die Zeiten, in denen wir lernen mussten, Gott zu vertrauen.

Vielleicht befindest du dich gerade jetzt in solchen „zehn übersehenen Tagen“. Eine Zeit, in der du dir Antworten wünschst, aber noch keine bekommst. Eine Tür, die sich nicht öffnet. Ein Gebet, das scheinbar unbeantwortet bleibt. Eine Heilung, die du erflehst und die noch nicht erfolgte.

Dann vergiss nicht: Wartezeiten sind bei Gott nicht automatisch Leerzeiten. Vielleicht bereitet Gott gerade etwas für dich oder in dir vor, das du im Moment noch gar nicht erkennen kannst.

Die zehn Tage zwischen Himmelfahrt und Pfingsten wirkten unscheinbar.

Aber ohne diese stille Vorbereitung hätte das große Pfingstwunder nicht dieselbe Grundlage gehabt.

Amen

© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt

Lied: WEGEBNER / Du bist hier / Lyrics (Orig. Waymaker) – Interpret unbekannt

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