In der Welt habt ihr Angst – aber seid getrost! Vertrauen hilft!

Kurz nachgedacht:

(Der Impuls enthält u.U. Links zum weitergehenden Verständnis.)

In der Welt habt ihr Angst – aber seid getrost!

„Dies habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“
Johannes 16,33

Darf man als Christ eigentlich Angst haben?

Schließlich vertrauen wir doch auf einen allmächtigen Gott. Müssten wir da nicht jederzeit voller Zuversicht sein?

Und wenn wir trotzdem Angst haben? Ist unser Glaube dann zu schwach? Vertrauen wir Jesus nicht genug?

Mich berührt, wie Jesus selbst damit umgeht.

Er sagt nicht: „Was? Ihr habt Angst? Habt ihr denn überhaupt kein Vertrauen zu mir?“

Nein. Ganz ruhig und ohne Vorwurf stellt Er fest:

„In der Welt habt ihr Angst.“

Jesus kennt unsere Sorgen, unsere Unsicherheit und unsere Schwachheit. Er macht uns deswegen keine Vorwürfe. Dabei weiß Er genau, wovon Er spricht. Seine Gefangennahme steht unmittelbar bevor. Er weiß bereits, dass seine Jünger Ihn verlassen werden.

Und gerade ihnen sagt Er: „Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Was für eine gewaltige Zusage!

Jesus verspricht nicht, dass uns nichts Schlimmes passieren wird. Er gibt uns vielmehr einen Grund, warum unsere Angst nicht das letzte Wort haben muss.

Er hat die Welt überwunden.

Als Jesus das sagt, liegen Kreuz und Auferstehung noch vor Ihm. Doch was wie Seine größte Niederlage aussehen wird, ist in Wirklichkeit der entscheidende Sieg über Sünde und Tod.

Und wer zu Jesus gehört, hat Anteil an diesem Sieg.

Dabei fällt mir etwas auf: Jesus sagt ausdrücklich, dass wir in der Welt Angst haben.

Aber wenig später sagt Er über seine Jünger:

„Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.“ (Johannes 17,16)

Das ist unsere besondere Situation als Christen.

Wir leben noch in dieser Welt und erleben ihre Unsicherheiten, ihre Sorgen und ihre Vergänglichkeit. Aber seit wir durch den Glauben an Jesus Christus Kinder Gottes geworden sind, ist diese Welt nicht mehr unsere eigentliche Heimat.

Wir sind noch in der Welt, aber wir gehören ihr nicht mehr.

Als ich im vergangenen Jahr während meiner Krebserkrankung auf wichtige Untersuchungsergebnisse wartete, war mir manchmal ziemlich mulmig. Ich vertraute Jesus und kannte trotzdem Angst.

Aber eines war mir gewiss: Egal, wie die Untersuchungen ausgehen würden, mein Leben lag in Gottes Hand. Und selbst wenn ich diese Welt hätte verlassen müssen, hätte ich gewusst, wohin ich gehe.

Woher kommt eine solche Gewissheit?

Nicht aus besonders starken Gefühlen. Nicht daraus, dass wir uns selbst immer wieder gut zureden.

Sondern aus dem, was Jesus Christus für uns getan und uns versprochen hat.

In Johannes 10,28 sagt Jesus über die Menschen, die zu ihm gehören, dass er ihnen ewiges Leben gibt und niemand sie aus seiner Hand reißen wird.

Und Johannes schreibt den Gläubigen ausdrücklich, damit sie wissen, dass sie ewiges Leben haben (1. Johannes 5,13).

Nicht vielleicht. Nicht hoffentlich. Sondern wissen.

Unsere Hoffnung wird nicht dadurch zur Gewissheit, dass wir besonders fest glauben, sondern weil derjenige, auf den wir vertrauen, wirklich auferstanden ist und seine Zusagen gelten.

Das ist kein billiger Trost. Dafür hat Jesus sein Leben gegeben.

Natürlich können wir weiterhin Angst empfinden. Aber unsere Angst kann nichts daran ändern, wem wir gehören.

Und deshalb beginnt unser Friede nicht erst dann, wenn alle Probleme gelöst sind.

Jesus sagt in Johannes 16,33: „… damit ihr in mir Frieden habt.“

Nicht unbedingt Frieden um uns herum. Aber Frieden in Ihm.

Vielleicht stehst du gerade vor einer ungewissen Zukunft. Vielleicht gibt es etwas, das dir Angst macht.

Dann musst du dich dafür nicht schämen. Du darfst damit zu Jesus kommen.

Denn wir sind zwar noch in dieser Welt mit all ihren Sorgen und Unsicherheiten.

Aber wir gehören dem, der sie überwunden hat.

Und das ist eine Hoffnung, die trägt. Heute, morgen und bis in Ewigkeit.

Amen

© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt

Lied: Fear not!  - Youtuber robingoodwyn