Jesus war Live ... als Gott plötzlich störte Eine überraschende Wendung in der Beurteilung von Menschen, wenn du plötzlich Gott oder sogar Jesus ins Spiel bringst.
Kurz nachgedacht
(Der Impuls enthält ggf. Links zum weitergehenden Verständnis)
Die meisten Andachten und Impulse, die ich schreibe, entstehen am Schreibtisch. Schon mit praktischem Bezug zum Leben – aber eben meist am Schreibtisch ausgedacht. Manchmal entstehen sie aber auch im Leben selbst. Mit dem heutigen Impuls möchte ich beginnen, mein öffentliches Leben als Christ noch deutlicher mit hineinfließen lassen und gleichzeitig auch Euch Mut machen, Euch als Christen in der Öffentlichkeit nicht zu verstecken. Immer, wenn ich so etwas erlebe, möchte ich es daher ab sofort in einer besonderen Reihe mit euch teilen und der Name dieser Reihe wird „Jens war Live...“ sein, verbunden mit einem Hinweis auf das jeweils praktische Erlebnis.
Die letzten drei Wochen war ich auf einer Onkologischen Reha in Dobel und folgendes trug sich am vorletzten Freitag zu:
Ab und zu waren da auch Vorträge zu besuchen. So auch an diesem Tag. Das Thema: Stress und Stressbewältigung. Etwa 50 Personen waren anwesend. Irgendwann erschien eine Folie mit einem bekannten Text:
Es handelte sich um das sog. Gelassenheitsgebet.
„Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
Die Referentin, eine Psychologin, nannte es einen „Spruch“. Die Anrede ‚Gott‘ des Originalzitats sowie die Quelle wurden einfach weggelassen.
Ich meldete mich und stellte eine logische Frage: „Das sind ja drei Bitten. Aber an wen sind denn diese Bitten gerichtet?“
Die Referentin reagierte prompt und machte einen für solche Situationen cleveren Move…. „An wen würden Sie sie denn richten?“. Ich antwortete: „Ich persönlich würde sie an Gott richten.“ Mehr sagte ich nicht.
Was darauf geschah, war interessant: Auf meine erste Frage spürte ich Zustimmung im Raum – so etwas wie: „Gute Frage.“ Aber nach meiner Antwort kippte die Stimmung. Ich hatte den Eindruck, als würde ich von den Zuhörern innerlich in eine andere Schublade gesteckt.
Innerhalb von zehn Sekunden vom klugen Frager zum dummen Hinterwäldler 😊.
Es ist bemerkenswert. Solange man – anonym als Christ – klug fragt, wird die Klugheit anerkannt. Aber sobald man Gott ins Spiel bringt, wird man für manche Leute zum irrationalen Spinner. Dabei hatte ich gar nichts Unlogisches gesagt.
Im Gegenteil: Es ist doch logisch. Bitten brauchen einen Adressaten.
Der Apostel Paulus beschreibt dieses Phänomen in etwa so: „Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen.“ (1. Kor. 2,14). Ich würde ergänzen: Oft fehlt nicht die Fähigkeit – sondern die Bereitschaft.
Es geht nicht um Intelligenz. Es geht um Wahrnehmung.
Unsere Gesellschaft lebt von vielen Gedanken, die ihren Ursprung im christlichen Glauben haben. Man schätzt die Gelassenheit. Man schätzt die Weisheit. Man schätzt die innere Kraft. Aber der Geber und Absender soll bitte außen vor bleiben.
Weisheit ohne Gott bleibt Projektion.
Gelassenheit ohne Vertrauen wird Selbstberuhigung. Und Kraft ohne Quelle reicht nur so weit wie wir selbst.
Jakobus schreibt: „Wenn es aber jemandem an Weisheit mangelt, so bitte er Gott…“ (Jakobus 1,5)
Vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt: Nicht ob wir irgendeinen imaginären Adressaten um Gelassenheit, Kraft und Weisheit bitten – sondern ob wir bereit sind, diese Bitten wirklich an Gott zu richten.
Manchmal genügt ein einfacher Satz: „Ich würde sie an Gott richten.“
Nicht laut. Nicht kämpferisch. Nur klar. Und vielleicht liegt gerade darin mehr Weisheit, als manche denken.
Amen
© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt
Lied: Dir gehört mein Lob (Blessed be the name) – Alive Worship