Jesus gebraucht Menschen, die ihm folgen Mit der Nachfolge Jesu beginnt alles

 

Kurz nachgedacht:

(Der Impuls enthält u.U. Links zum weitergehenden Verständnis.)

Letzte Woche haben wir uns die etwas ungewöhnliche „Personalabteilung“ Gottes angesehen.

Mose. David. Petrus. Matthäus. Paulus.

Menschen mit Schwächen, Fehlern und teilweise ziemlich belasteten Lebensläufen. In manchem Unternehmen wären ihre Bewerbungen vermutlich schon aussortiert worden, bevor es überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch gekommen wäre.

Bei Gott wurden daraus Mitarbeiter.

Aber wie beginnt so etwas eigentlich?

Gehen wir einmal mit Jesus an den See Genezareth. Dort sieht er zwei Brüder: Simon, den wir später als Petrus kennenlernen, und Andreas. Sie sind Fischer, gerade bei der Arbeit und werfen ihre Netze ins Wasser.

Jesus bleibt bei ihnen stehen und sagt: „Folgt mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen!“ Markus 1,17

Ein kurzer Satz.

Aber wenn wir genau hinschauen, steckt darin erstaunlich viel.

Jesus sagt zunächst: „Folgt mir nach.“

Er sagt nicht: „Zeigt mir erst einmal, was ihr könnt.“

Kein Bewerbungsgespräch und kein Eignungstest. Und auch kein Nachweis besonderer theologischer Kenntnisse.

Jesus ruft sie einfach so, wie sie sind, in seine Nachfolge.

Und dann kommt etwas, das leicht überlesen wird: „… und ICH WILL EUCH zu Menschenfischern MACHEN.“

Da steht nicht: „Folgt mir nach, weil ihr bereits hervorragende Menschenfischer seid.“

Das waren sie nämlich überhaupt nicht. Fische konnten sie fangen.

Menschen für Jesus gewinnen? Davon hatten sie vermutlich noch ziemlich wenig Ahnung.

Aber Jesus sieht in diesen Männern nicht nur das, was sie jetzt sind. Er sieht auch das, was er aus ihnen machen kann.

Und damit sind wir wieder bei unserer Frage vom letzten Samstag.

Vielleicht denken wir manchmal, wir müssten Jesus erst etwas anbieten können, bevor er uns gebrauchen kann.

·     Eine besondere Begabung.

·     Genügend Bibelwissen.

·     Mut.

·     Redegewandtheit.

·     Erfahrung.

·     Geistliche Reife.

Natürlich kann Gott all das gebrauchen.

Petrus und Andreas bekommen keine Liste mit Voraussetzungen. Sie bekommen eine Einladung: „Folgt mir nach!“

Und jetzt geschieht etwas Erstaunliches und zugleich Entscheidendes: „Da verließen sie sogleich ihre Netze und folgten ihm nach.“ Markus 1,18

Sie wissen zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht alles.

Sie wissen nicht, wohin dieser Weg sie führen wird.

Sie wissen nicht, welche Aufgaben einmal auf sie warten.

Und sie wissen ganz sicher noch nicht, was Jesus in den kommenden Jahren alles an ihnen verändern muss.

Aber sie tun den ersten Schritt: Sie folgen Jesus.

Vielleicht hätten wir manchmal gerne zuerst den kompletten Plan.

„Herr, was genau hast du mit mir vor? Bin ich dafür geeignet? Was wird mich das kosten? Und könnte ich bitte vorher noch wissen, ob ich das überhaupt schaffe?“

Jesus gibt seinen Jüngern diesen Plan nicht.

Er sagt: „Folge mir nach.“

Nachfolge bedeutet deshalb nicht, dass ich schon am Ziel bin.

Nachfolge bedeutet, dass ich mich mit Jesus auf den Weg mache. Und auf diesem Weg darf ich lernen.

Ich darf Fragen haben, ich darf und werde sogar  Fehler machen.

Ich darf auch einmal hinfallen. All das ist bei Jesus bereits einkalkuliert und trotzdem setzt er auf fehlerhafte Menschen wie sie und wie du und ich.

Entscheidend dabei ist, wem ich folge.

Denn Jesus beruft nicht fertige Menschen.

Er beruft Menschen, die bereit sind, ihm zu folgen – und verspricht: „Ich will euch machen …“

Das ist vielleicht die schönste Entlastung in diesem Satz.

Nicht ich muss aus mir den Menschen machen, den Jesus gebrauchen kann. Jesus übernimmt die Ausbildung.

Wie diese Ausbildung aussieht?

Nun – schauen wir uns nächste Woche einmal Petrus etwas genauer an.

Denn bei ihm hatte Jesus noch einiges zu tun. Das sollte auch uns Mut machen.

Amen

Lied: Ich folge dir – Anja Lehmann (Feiert Jesus)