Kennst du das Original? Habt acht, dass euch niemand beraubt...

Kurz nachgedacht:

(Der Impuls enthält u.U. Links zum weitergehenden Verständnis.)

Kennst du das Original?

Im letzten Samstagsimpuls haben wir darüber nachgedacht, wie wichtig es ist, in Christus verwurzelt, auferbaut und gefestigt zu sein.

Heute führt Paulus diesen Gedanken weiter – und spricht eine eindringliche Warnung aus:

„Habt acht, dass euch niemand beraubt durch die Philosophie und leeren Betrug, gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den Grundsätzen der Welt und nicht Christus gemäß.“(Kolosser 2,8)

Die meisten Einbrecher kündigen ihren Besuch nicht vorher an.

Und Taschendiebe arbeiten oft so geschickt, dass man den Verlust erst bemerkt, wenn die Geldbörse längst verschwunden ist.

Auch Paulus spricht hier von einem Raub. Allerdings geht es nicht um Geld oder Wertgegenstände, sondern um etwas viel Kostbareres.

Mich beschäftigt dabei besonders das Wort „beraubt“.

Paulus sagt nicht: „Passt auf, dass Ihr keine Fehler macht!“

Er sagt: „Passt auf, dass Euch niemand beraubt.“

Aber was soll uns geraubt werden?

Nicht unsere Errettung. Denn wer sein Vertrauen auf Jesus Christus gesetzt hat, gehört ihm.

Doch man kann uns die Freude am Glauben rauben. Den klaren Blick auf Christus. Die Gewissheit seines Wortes. Und manchmal sogar den Mut, unseren Glauben offen und fröhlich zu leben.

Deshalb fordert Paulus uns auf, aufmerksam zu sein.

Er nennt Philosophie, menschliche Überlieferungen und die Grundsätze dieser Welt. Dabei verurteilt er nicht jedes menschliche Denken und auch nicht jede Tradition. Die entscheidende Frage steht ganz am Ende des Verses: Ist das Christus gemäß?

Dabei muss ich an meine Ausbildung zum Bankkaufmann Anfang der 1980er Jahre denken. Damals ging es unter anderem auch um das Erkennen von Falschgeld. Ein Gedanke aus dieser Zeit ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben.

Niemand kann alle denkbaren Fälschungen kennen. Das wäre völlig unmöglich. Aber das muss man auch gar nicht.

Entscheidend ist, das Original zu kennen.

Je besser ein Bankmitarbeiter die echten Geldscheine kennt, desto schneller fällt ihm eine Fälschung auf.

Ich glaube, ganz ähnlich ist es auch im Glauben. Wir werden niemals jede Irrlehre, jede falsche Philosophie oder jede neue Strömung kennen und beurteilen können. Dafür entstehen ständig zu viele neue Ideen und Weltanschauungen.

Aber wir dürfen den kennenlernen, der selbst die Wahrheit ist: Jesus Christus.

Je besser wir Ihn kennenlernen und je tiefer wir durch Sein Wort in Christus verwurzelt werden, desto eher erkennen wir auch das, was nicht Christus gemäß ist.

Nicht, weil wir jeder Fälschung hinterherlaufen, sondern weil wir das Original kennen.

Deshalb lohnt es sich, Gottes Wort regelmäßig zu lesen, darüber nachzudenken und unser Denken immer wieder daran auszurichten.

Nicht, um mit anderen zu diskutieren oder Recht zu behalten. Sondern damit unser Blick auf Christus klar bleibt.

Vielleicht können wir uns deshalb im Alltag eine einfache Frage angewöhnen.

Nicht zuerst: „Ist das erlaubt?“ Oder: „Was machen die meisten?“

Sondern: „Ist das Christus gemäß?“

Ich glaube, diese Frage verändert mehr, als wir zunächst vermuten.

Sie bewahrt uns nicht nur vor mancher Fälschung. Sie führt unseren Blick immer wieder auf den zurück, der von sich selbst gesagt hat:

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“

Ich wünsche Euch ein gesegnetes Wochenende – und Gottes Segen dabei, das Original immer besser kennenzulernen.

Amen

© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt

Lied: Du bist - Christoph Zehendner; Johannes Nitsch; Kathi Arndt

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