Mini-Andacht „Christsein ist unmöglich - Teil 1 - Ein krasser Satz“ Wie ist denn das gemeint?

Kurz nachgedacht:

(Der Impuls enthält u.U. Links zum weitergehenden Verständnis)

Wenn du Christ bist, wie empfindest du dein Christsein selbst? Schwer, leicht, einengend, befreiend usw.? Ich weiß, man ist auch als Christ nicht jeden Tag gleich gut drauf. Aber es geht mir um die Grundtendenz, die du empfindest, wenn du an dein eigenes Christsein denkst. Ich weiß auch, solche Fragen stellt man eigentlich nicht. Sie sind ziemlich ungehörig. Und schließlich ist ja Christsein – und erst recht meines – doch Privatsache, nicht wahr?

Wirklich? Aber das ist eine andere Frage, die ein anderes Mal behandelt werden soll.

Hans Peter Royer (Jahrgang 1962 wie ich), der leider 2013 durch einen Gleitschirm-Unfall am Dachstein tödlich verunglückte Christ, Berg- und Höhlenführer, Prediger und bis zu seinem Tod Direktor des Tauernhofs der Fackelträger in Schladming wurde einmal in seinen jungen Jahren von einem Mann auf besondere Weise mit dieser Frage konfrontiert.

Er hatte sich mit 15 Jahren bekehrt, aber irgendwann gemerkt und gedacht: „Das Christsein ist so schwer und ich schaffe es einfach nicht, konsequent Christ zu sein. Es ist wohl für liebere und frömmere Leute bestimmt als ich es bin.“

Übrigens, diese Wahlmöglichkeit hast du immer.

Wenn dir dein Christsein zu schwer wird, dann mache es dir einfach leichter. Bewege dich in der Welt wie die Welt, rede mit der Welt wie die Welt, handle wie die Welt  und denke irgendwann wie die Welt.

Wenn du damit Frieden hast, dann stellt sich allerdings die Frage, ob du wirklich schon ein echter Christ warst.

Denn ein echter Christ wird immer konsequent Christ sein wollen und wenn er das nicht schafft, wird er wie Hans Peter in Gewissensnöte kommen.

Zurück zu Hans Peter. Er hatte dann eine ganze Weile seine Konsequenz als Christ über Bord geworfen und genauso gelebt, wie ich es oben beschrieben habe. Er hat gelebt, geredet, gehandelt und gedacht wie die Welt, aber Christus ließ ihn nicht los und er hatte Gewissensnöte.

Da hörte er eines Tages eine Predigt von Major W. Ian Thomas, dem Gründer der Fackelträger. In dieser Predigt sagte Major Thomas: „Christsein ist nicht leicht.“ Da fühlte sich HP bestätigt und dachte: „Endlich mal einer, der es ausspricht.“ Dann aber sagte MT: „Christsein ist auch nicht schwer.“ HP dachte: „Du hast keine Ahnung.“ Schließlich sagte MT: „Christsein ist unmöglich.“

Das hat verständlicherweise Hans Peter sehr verwirrt. Und wahrscheinlich bist du jetzt auch verwirrt. Was soll das bedeuten? Christsein ist unmöglich. Was könnte Major Thomas damit gemeint haben?

Im weiteren Verlauf erklärte Major Thomas, wie er das gemeint hat und was die Lösung für das Problem ist, dass viele Christen ihr Christsein als schwer, mühselig, kraftraubend, auslaugend und krampfig empfinden.

Hans Peter sagte: „Schon viele haben mir gesagt: Christsein ist schwer, Christsein ist leicht, manche haben gesagt, Christsein ist schön. Aber noch niemand hat mir gesagt, dass es unmöglich ist. Major Thomas war der Erste. Tatsache ist, diese Predigt und die Erkenntnis daraus hat mein Leben (und übrigens meines ebenfalls) als Christ mehr verändert und revolutioniert als fast alle Predigten zuvor.“

Was ist aber nun die Auflösung? Ich mache jetzt etwas Ungewöhnliches. Ich lasse die Spannung eine Woche offen und lade dich ein, die nächste Woche über dein eigenes Christsein nachzudenken, wie du es empfindest und was die Lösung für diese komische Aussage von Major Thomas sein könnte.

Einen Schritt weiter nächste Woche in Teil 2.

Amen

© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt

Lied: Mein Jesus - Outbreakband

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