Nachgedanken zu - Christsein ist unmöglich - Gott spricht: Lass Dir an meiner Gnade genügen...

Kurz nachgedacht:

(Der Impuls enthält u.U. Links zum weitergehenden Verständnis)

Wie geht es Dir in deinem Christsein?

Hast Du Dienste für das Reich Gottes und fühlst Dich oft gestresst und ausgelaugt davon? Hast Du die Lust verloren, weil Du das Gefühl hast, alles ist so schwer und Du funktionierst nur noch? Hast Du das Gefühl, einer Art von Leistungsdruck ausgeliefert zu sein, weil Du das Gefühl hast, es muss ja gemacht werden und wenn ich es nicht mache, macht es sonst keiner?

Oder bist Du ein Christ, der sein Christsein als eintönig und langweilig empfindet? Der sich fragt: Warum erlebe ich so wenig mit Gott, mit Jesus?

Das sind Fragen, die sich viele, vielleicht sogar jeder, einmal stellen. Vielleicht nur heimlich. Aber diese Fragen öffentlich zu stellen traut man sich nicht. Denn sie sind Tabu. Man will und soll ja stark sein als Christ und für Gott. Oder man schämt sich, weil ein Christ ja Freude und Dankbarkeit über seine Identität empfinden sollte.

Es gäbe noch mehr solcher Fragen. Ich will es dabei bewenden lassen.

Die letzten vier Impulse sollten ein bisschen Licht hineinbringen, dass das nicht so sein muss, dass Christsein keine Religion ist, die Leistung verlangt, sondern dass Christsein aus der Beziehung mit Christus lebt.

Wenn das gelingt, ändert sich die Perspektive all dieser Fragen. Die Fragen sind erlaubt. Wenn wir sie uns ehrlich stellen und wenn wir damit zu Jesus gehen und Ihm bekennen: „Herr, ich kann es nicht, aber du kannst es. Zeige mir, wie ich leben kann, damit du in mir zur Entfaltung kommst. Lehre mich so zu leben, dass ich nicht aus der eigenen Kraft Christ bin, sondern dass Deine Kraft in mir mächtig ist.“

 Du brauchst Dich nicht schlecht zu fühlen. Selbst der große Paulus kannte solche Fragen. Er ging mit seinen Problemen zu Gott (2. Kor. 12,1-10) und weißt Du, was der ihm antwortete:

„Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen!“

Und die Schlussfolgerung von Paulus lautet:

„Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohne.“

Gott weiß, dass wir schwach sind. Gott weiß, dass wir Freude und Dankbarkeit an unserem Christenleben nicht selbst aus uns herauspressen können.

Gott möchte, dass wir mit unserer Schwachheit zu ihm kommen und uns von Ihm umgestalten lassen vom Bild unserer Schwachheit in das Bild eines Menschen, in dem die Kraft Christi wohnt.

Wir sollen nicht sein, wie der Mann aus einer bekannten Geschichte, der sich abmüht mit einer stumpfen Axt Bäume zu fällen, bis einer sagt: „Warum schärfst Du eigentlich Deine Axt nicht?“

Dann sollen wir nicht wie der Mann sagen: „Ich habe keine Zeit, die Axt zu schärfen. Ich muss Bäume fällen.“

Lasst uns unsere Prioritäten verändern und erst unsere Beziehung, unsere Liebe und unsere Hingabe zum Herrn pflegen und dann erneut in seiner Kraft und in Seinem Willen ans Werk gehen. Und nicht vor lauter Arbeit diese für einen Christen grundlegende Priorität hintenanstellen. Das ist kontraproduktiv und erzeugt Stress, Müdigkeit und Frustration. Nichts ist auf Dauer schädlicher für ein Christenleben, das dir Freude macht, wie der Herr es möchte.

Mach es anders! Dann ändert sich Dein komplette Mindset. Nicht mehr Du machst, sondern der Herr. Oder wie es Paulus an die Philipper in Phil. 2,13 sehr schön ausdrückt: „Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen.“

Amen

© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt

Lied: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig – Heiko Bräuning

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