Vorbild Christus An wem orientieren wir uns in unserem Christsein?
Kurz nachgedacht
(Der Impuls enthält ggf. Links zum weitergehenden Verständnis)
Ich weiß nicht, ob du sportbegeistert bist oder nicht. Ich bin es jedenfalls. Und auch wenn ich immer mehr merke, dass sich die Möglichkeiten für aktiven Sport bei mir – aus verschiedenen Gründen, vor allem aber altersbedingt – zunehmend einschränken, so bin und bleibe ich doch ein begeisterter Sportfan.
Gestern wurden die XXV. Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo im ehrwürdigen Giuseppe-Meazza-Stadion, dem ehemaligen Stadio San Siro, eröffnet.
Der Reiz des Sports liegt unter anderem darin, Leistungen zu vergleichen und zu bewerten. Und welcher Sportler träumt nicht davon, einmal bei Olympischen Spielen ganz oben auf dem Treppchen zu stehen und die Goldmedaille umgehängt zu bekommen?
Aber nicht nur im Sport. Auch im ganz normalen Leben sind wir von frühester Jugend an daran gewöhnt, bewertet und verglichen zu werden. Teilweise tun wir das selbst, sehr oft aber tun es andere. Mit der Schule fängt es an, im Beruf setzt es sich fort. Und selbst in den alltäglichen Kleinigkeiten vergleichen wir uns ständig – bewusst oder unbewusst.
Da gibt es viele, die der Neid auf bessere Leistungen, das prestigeträchtigere Auto oder das größere Haus antreibt, alles zu geben, um den oder die andere zu übertrumpfen. Und wenn das nicht gelingt, dann versucht man zumindest, so zu werden wie sie. Solche Beispiele sind Legion.
So geht es in der Welt zu.
Wir Christen stehen allerdings in der Gefahr, diese Prägung zu übernehmen und ein solches Denken sogar in Kirche und Gemeinde hineinzutragen. Man sieht andere Christen, orientiert sich an ihnen oder eifert ihnen nach. Doch genau das geht an dem vorbei, was Christus von uns erwartet.
Kürzlich ist mir ein Zitat begegnet, das zu hundert Prozent von biblischen Aussagen gedeckt ist:
„Jesus isn't looking for you to be like other Christians, he is looking for you to be like him.“ (Jesus möchte nicht, dass du wie andere Christen bist, sondern dass du wie Er bist.)
Mir ist kein Beispiel in den Evangelien bekannt, in dem Jesus seine Jünger oder die Menschen auffordert, sich an anderen Menschen zu orientieren. Er ruft sie immer zur Nachfolge auf – zu sich selbst und zum Vater im Himmel. Und Paulus bringt dieses Ziel sehr klar auf den Punkt, wenn er in Römer 8,29 schreibt:
„Denn die er zuvor erkannt hat, die hat er auch zuvor bestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu sein.“
Gott ist allwissend. Und die, die Er zuvor erkannt hat, hat Er bestimmt – nicht einander gleichförmig zu werden, sondern dem Bild Jesu.
Das ist Gottes Heilsziel für uns – und zugleich unsere Aufgabe: Wir sollen gleichförmig dem Sohn sein. Nicht gleichförmig einer bestimmten christlichen Kultur, nicht einem regionalen oder konfessionellen Frömmigkeitsstil und auch nicht dem, was gerade als besonders geistlich gilt.
Wir sollen uns nicht aneinander messen, sondern uns gegenseitig helfen, Christus ähnlicher zu werden. Und wenn wir die Herrlichkeit des Herrn anschauen und Er unser Leitstern ist, dann werden wir nach und nach – und endgültig in der Ewigkeit – in dasselbe Bild verwandelt werden.
Amen
© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt
Lied: Immer mehr – Jim Mills/Lothar Kosse – Hier: Ein Youtuber namens Arnaud Denagbe