Warum manche Christen manches nicht tun Die beste Motivation für Gehorsam ist Liebe
"Denn die Liebe des Christus drängt uns, da wir von diesem überzeugt sind: Wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben; und er ist deshalb für alle gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr für sich selbst leben, sondern für den, der für sie gestorben und auferstanden ist."
Zweiter Korinther 5,14-15
Kurz nachgedacht:
(Der Impuls enthält u.U. Links zum weitergehenden Verständnis.)
Warum manche Christen manches nicht tun
Vor knapp zwei Wochen hatte ich einen amüsanten Teams-Dialog mit einem guten Freund, ich nenne ihn einfach mal Martin. Wir kennen uns seit vielen Jahren. Er ist überzeugter Atheist, ich überzeugter Christ. Das führt immer wieder zu interessanten Gesprächen – und erstaunlicherweise schadet das unserer Freundschaft überhaupt nicht. Gegensätze ziehen sich eben manchmal an :-)
Martin erzählte mir ganz offen, dass er seit einigen Monaten regelmäßig vergünstigt in der Kantine einer Firma zu Mittag isst, obwohl er dort eigentlich gar nicht essen dürfte. Möglich wird das durch eine Bekannte, die dort arbeitet und ihn einschleust.
Im Laufe unseres Gesprächs sammelten wir ganz nebenbei – mit viel Humor – fast alle klassischen Begründungen, mit denen Menschen eigenes Fehlverhalten rechtfertigen:
· „Die kontrollieren halt nicht richtig.“
· „Machen doch alle.“
· „Die haben doch genug Geld.“
Irgendwann schrieb ich nur: „Das könnte ich nie.“
Martins Antwort kam prompt: „Lobpreiser dürfen halt auch net alles.“
Er nennt mich immer so. Ich musste lachen. Denn genau wie Martin denken viele Menschen über Christen.
Sie glauben, Christen würden auf manches verzichten (müssen), weil sie Angst vor Gottes Strafe haben. Oder weil ihre Religion ihnen alles Mögliche verbietet.
Aber genau das ist nicht der Kern des christlichen Glaubens.
Natürlich gibt Gott uns in Seinem Wort Maßstäbe für unser Leben. Aber ein Christ lebt nicht in erster Linie nach einer Liste von Vorschriften.
Er lebt aus einer veränderten Beziehung.
Die Bibel beschreibt das so:
„Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden!“ (2. Korinther 5,17)
Deshalb war mein erster Gedanke auch nicht: „Ich darf das nicht.“
Sondern: „Ich möchte das nicht.“ Das ist ein großer Unterschied.
Früher hätte ich vielleicht nach einer guten Ausrede gesucht.
Heute meldet sich mein Gewissen.
Nicht immer angenehm.
Aber ich bin dankbar dafür.
Denn Gott vergibt nicht nur Schuld – Er beginnt auch, unser Herz zu verändern.
Versteht mich bitte nicht falsch!
Ich bilde mir überhaupt nicht ein, ein besserer Mensch zu sein als mein Freund.
Ganz im Gegenteil. Ich kenne genügend Situationen, in denen ich in Gedanken, Worten oder Taten schuldig werde. Auch Christen sind nicht sündlos.
Der Unterschied ist nicht, dass Christen keine Sünde mehr kennen. Der Unterschied ist, dass sie Sünde nicht mehr einfach schönreden möchten. Auch wenn uns das leider nicht immer gelingt.
Interessanterweise landete unser Gespräch schließlich beim wichtigsten Punkt überhaupt.
Ich schrieb Martin: „Wenn es nach dem Tod einmal ein Gericht gibt – und davon bin ich überzeugt –, dann steht auf meiner Rechnung: Schon bezahlt.“
Er antwortete augenzwinkernd: „Bezahlt für Martin und Jens?“
Wie schön wäre das!
Aber genau das kann ich leider nicht.
Jesus hat den Preis für meine und für seine Schuld bezahlt. Das ist ein Geschenk, das jedem Menschen angeboten ist.
Annehmen muss es aber jeder selbst, auch Martin. Bis heute hat er das allerdings nicht getan.
Übrigens: Gerade dieser Freund stand mir im vergangenen Jahr in einer der schwersten Zeiten meines Lebens treu zur Seite. Dafür bin ich ihm bis heute dankbar.
Deshalb geht es für mich überhaupt nicht darum, Christen und Nichtchristen gegeneinander auszuspielen.
Es gibt Menschen ohne christlichen Glauben, die in mancher Hinsicht hilfsbereiter, großzügiger oder zuverlässiger sind als manche Christen.
Der christliche Glaube behauptet selbst auch gar nicht, dass Christen die besseren Menschen wären.
Er sagt vielmehr: Wir brauchen alle Gottes Gnade. Wir brauchen alle Jesus.
Der Unterschied liegt darin, dass Gott beginnt, einen Menschen von innen heraus in das Bild Jesu zu verwandeln.
· Nicht durch Angst.
· Nicht durch Zwang.
· Sondern durch Seine Liebe.
„Denn die Liebe des Christus drängt uns…“ (2. Korinther 5,14-15)
Und genau deshalb geht es im christlichen Glauben letztlich nicht um die Frage: „Was darf ich noch?“
Sondern um die viel schönere Frage, die aus einer lebendigen Beziehung entsteht: „Wie könnte ich meinen Herrn, der alles für mich gegeben hat, bewusst traurig machen wollen?“
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Lied: Mittelpunkt - Outbreakband