Wenn die Welt aus den Fugen gerät Wo finden wir Zuflucht?

Kurz nachgedacht:

(Der Impuls enthält u.U. Links zum weitergehenden Verständnis.)

Wenn die Welt aus den Fugen gerät

„Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, ein Helfer, bewährt in Nöten.“
Psalm 46,2

Manchmal frage ich mich, wohin sich unsere Welt eigentlich entwickelt. Geht es dir auch so?

In den vergangenen Tagen haben mich besonders die Nachrichten aus Frankreich beschäftigt. Bei großen Protesten kam es teilweise zu schweren Ausschreitungen, Plünderungen und gewaltsamen Auseinandersetzun-gen.

Nun sind auch für dieses Wochenende in zahlreichen deutschen Städten Demonstrationen angekündigt. Die Veranstalter betonen, dass sie friedlich protestieren wollen. Dennoch bleibt die Sorge, dass einzelne gewaltbereite Gruppen solche Versammlungen für ihre Zwecke nutzen könnten.

Bei unserem Gebetstreff am Mittwoch in meiner Gemeinde haben wir darüber gesprochen. Und auch danach ließen mich diese Gedanken nicht  so recht los.

Was geschieht mit unserer Gesellschaft? Warum erleben wir so viel Hass, Rücksichtslosigkeit und Gewalt? Und wohin wird das alles noch führen?

Dabei denke ich nicht nur an Ausschreitungen auf unseren Straßen. Auch der Umgang miteinander scheint rauer zu werden. Besonders in den sozialen Netzwerken begegnen uns Lieblosigkeit, Verachtung und eine erschreckende Bereitschaft, andere Menschen herabzusetzen.

Die Bibel beschönigt solche Entwicklungen nicht.

Paulus beschreibt in 2. Timotheus 3,1–5 Menschen, die selbstsüchtig, lieblos, unversöhnlich und gewalttätig sind. Und Jesus spricht in Matthäus 24,12 davon, dass die Liebe in vielen erkalten wird, weil die Gesetzlosigkeit überhandnimmt.

Manches davon erinnert uns an heutige Entwicklungen. Das bedeutet nicht, dass jede Nachricht eine unmittelbare Erfüllung biblischer Prophetie ist. Aber es zeigt, wie realistisch die Bibel den Menschen und seine Neigung zum Bösen beschreibt.

Doch was hilft uns dieses Wissen, wenn uns die Entwicklungen unserer Zeit Sorgen machen?

Eine wunderbare Antwort finden wir in Psalm 46.

Dort wird eine Welt beschrieben, die buchstäblich ins Wanken gerät. Die Erde erbebt, Berge stürzen ins Meer, Völker toben und Königreiche wanken.

Und mitten in diesen erschütternden Bildern steht die gewaltige Zusage:

„Gott ist unsere Zuflucht und Stärke.“

Der Psalm sagt nicht, dass die Welt ruhig bleiben wird. Er sagt uns, wo wir Zuflucht finden, wenn sie es nicht tut.

Nicht in der Sicherheit unserer politischen Verhältnisse. Nicht in der Stärke unserer Wirtschaft. Und auch nicht in der Hoffnung, dass sich irgendwann alles wieder beruhigen wird.

Unsere eigentliche Zuflucht ist Gott selbst.

 Das bedeutet nicht, dass uns als Christen nichts Schlimmes passieren könnte. Auch wir kennen Sorgen, Krankheit, Leid und Unsicherheit. Aber wir dürfen wissen, dass unser Leben und unsere Zukunft in Gottes Händen liegen.

Und wir dürfen noch mehr wissen: Gott hat uns in Jesus Christus gezeigt, wie weit Seine Liebe zu uns reicht. Er ist in unsere von Sünde geprägte Welt gekommen, um uns durch Seinen Tod und Seine Auferstehung mit Gott zu versöhnen.

Wer Ihm vertraut, findet eine Hoffnung, die weit über die Sicherheiten dieser Welt hinausreicht.

Vielleicht können wir nicht verhindern, dass es in unserer Welt immer wieder unruhi wird. Aber wir müssen uns von dieser Unruhe nicht beherrschen lassen.

Denn die entscheidende Frage ist nicht nur, was morgen geschehen wird.

 Die entscheidende Frage ist, bei wem wir heute Zuflucht suchen.

Und darauf gibt uns Psalm 46 eine Antwort, die seit Jahrtausenden nichts von ihrer Kraft verloren hat:

„Gott ist unsere Zuflucht und Stärke.“

Amen

© Jens Völker / Verwendung für gemeindliche oder missionarische Zwecke ausdrücklich erlaubt

Lied: Du bist meine Zuflucht und Stärke - Michael Janz